GEWEBE – a queer anatomy of connection
Foto: Joana Racaan
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GEWEBE – a queer anatomy of connection

Zeitgenössisches Tanzsolo · 30 Minuten · nonverbal · 2026

Meine Rolle Konzept · Choreografie · Performance · Bühnenbild · Kostüm · Visuals

Der Raum atmet. Dann wächst ein Körper aus dem Stoff.

Video: Saskia Kolbach
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Der Raum ist von weißen, organisch mäandernden Stoffadern durchzogen, die sich über Boden und Wände erstrecken. Eine verträumte, abstrakte Klanglandschaft erklingt, während das Publikum sich versammelt – außer dem weiten Bühnenbild ist nichts zu erkennen. Im UV-Licht leuchten die Adern und bewegen sich mit jedem Luftzug. Der Raum atmet.

Langsam kommt das Gewebe in Bewegung – scheinbar aus dem Nichts, von innen, von unten. Haut erscheint, Teile eines Körpers, der menschlich wirkt, sich aber nicht so verhält. Er wächst aus dem Aderngeflecht in den Raum. Eine hypnotische Landschaft entsteht, und das Publikum vergisst, dass es einem menschlichen Körper bei der Bewegung zusieht. Über 30 Minuten entwickelt der Raum eine eigene Logik und Sprache und hält sie konsequent.

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GEWEBE ist eine Transformation von Körper, Bühnenbild und Videoprojektion, in der die Grenzen zwischen Körper und Material verschwimmen, undeutlich werden, in Frage gestellt werden. Das Stück speist sich aus meiner Auseinandersetzung mit queerer Theorie, Donna Haraway, myzelialen Netzwerken, Posthumanismus und dem Fasziensystem – verbunden mit der Idee einer klaren Körper- und Bewegungsästhetik. Diese komplexen, abstrakten Einflüsse übersetze ich über eine präzise choreografische und ästhetische Sprache in eine immersive, nonverbale Erfahrung – ein Ritual für das Publikum wie für mich.

Genau darin liegt die Stärke des Stücks: Es arbeitet ausschließlich mit Bildern und Kinästhetik. Die theoretische Tiefe wird nicht erklärt, sondern körperlich lesbar – auf eine Art, die Sprache nicht leisten könnte.

Meine Rolle im Stück

GEWEBE ist auf allen Ebenen meine Arbeit: Ich habe das Stück konzipiert und choreografiert, ich performe es, und ich habe Bühnenbild, Kostüm und die generativen Visuals entworfen und gefertigt – darunter 30 Quadratmeter bestickter, UV-aktiver Tüll, der zugleich Bühnenbild, Kostüm, Projektionsfläche und Coperformer*in ist.

Die Idee entstand eigenständig aus einer einfachen räumlichen und physischen Limitierung heraus und wurde mit Neugier verfolgt, begleitet und unterstützt. Die besondere Herausforderung: Ich verlasse meinen Platz im Raum kaum. Ohne große Raumwege ziehe ich das Publikum über die volle Dauer in einen Bann – allein durch die Artikulation von Schulterblättern und Muskelkontraktionen, durch Mikrobewegungen, die Licht, Stoff und Sound zu hypnotischen Ereignissen verstärken. Tanz, Textilkunst, Video und Klang verschmelzen zu einem immersiven Erfahrungsraum, in dem die Grenze zwischen Körper und Material durchlässig wird.